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So, 19.11.2017 - 16:30 Uhr

Märchen im Tietjenhof

Sa, 25.11.2017 - 15:30 Uhr

Afternoon Tea im Cafe Sahne

So, 26.11.2017 - 16:30 Uhr

Märchen im Tietjenhof

Fr, 01.12.2017 - 15:00 Uhr

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Kultur & Tourismus » Kultur » Stadtschreiber

Daan Heerma van Voss - Artist in Residence 2017/2018 - Stadtschreiber in Bergen

Daan Heerma van Voss, geb. am 20. Januar 1986 in Amsterdam, ist Bergens neuer Stadtschreiber. Nach der Partnerschaft mit dem niederländischen Autor Mano Bouzamour in den Jahren 2015 und 2016 wurden mit Daan Heerma van Voss drei mehrwöchige Aufenthalte in 2017 und 2018 in Bergen vereinbart.

Daan Heerma van Voss

Die Stadt Bergen und die Gedenkstätte Bergen-Belsen intensivieren so ihre Zusammenarbeit auch im Literarischen und bereichern die deutsch-niederländischen Kulturbeziehungen. Die Niederländische Botschaft in Berlin unterstützt die Partnerschaft.

Der jüngste Roman von Daan Heerma van Voss "De laatste oorlog" (Der letzte Krieg) erscheint im Jahr 2018 auch auf Deutsch bei dtv München. Der erfolgreiche Autor, der bereits mehrere Romane, Erzählungen und Essays veröffentlicht hat, will Bergen noch bekannter machen.

Die Stadt Bergen will ihn beim Debüt auf dem deutschsprachigen Markt unterstützten. Der Künstler entstammt einer Autorenfamilie: Vater, Mutter und zwei seiner Geschwister sind ebenfalls schriftstellerisch und journalistisch tätig. Gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Thomas Heerma van Voss schrieb er 2015 den Thriller "Ultimatum", der auch 2018 auf Deutsch erscheint.

Mit Unterstützung der Niederländischen Literaturstiftung lernt Daan Heerma zur Zeit intensiv Deutsch.

Homepage von Daan Heerma van Voss: www.daanheermavanvoss.nl

Daans Kolumne

Wertvolles Leben

Neben dem Grabstein von Anne Frank, der gut gepflegt und von einem kleinen, aber beständigen Blumenmeer umgeben ist, sind noch viele andere Gräber. Sie sind verwittert, die Namen sind schwer zu lesen. Neben den Steinen: Gras und harte Erde. Blumen liegen hier keine. Warum wird der einen mehr gedacht als den anderen? In meiner Heimaststadt Amsterdam wohne ich zehn Minuten vom Anne-Frank-Haus entfernt. Die Schlange der Touristen, die vor dem Haus warten, wird immer länger. Jetzt ist sie mehrere hundert Meter lang und reicht um drei Häuserecken herum. Anne Frank bekam einen Grabstein. Ihre Nachbarn, deren Namen nur schwer lesbar sind, blieben einfache Menschen. Das ist der Unterschied. Langsam, beinahe unwirklich langsam, gehen die Massengräber über in eine leicht hügelige grüne Landschaft, durchzogen von märchenhaft lila Tönen. Wir folgen diesem Grün in Richtung Bergen, wo gerade ein Oldtimer-Treffen stattfindet. Klassische Mustangs, zwei K.I.T.T., das Auto von Knight Rider, der US-amerikanischen Action-Kultserie der 1980er Jahre. die Besucher starren bewundernd auf diese Metall-Reliquien und merken gar nicht, dass sie sich ständig in die Vergangenheit begeben. Sie wohnen in Häusern, die vor einem Jahrhundert gebaut wurden, sie schauen Fernsehserien, die vor vielen Jahren produziert wurden, sie kaufen Lebensmittel, die letzte Woche geerntet wurden. In Bergen denkt man lieber über das Heute nach. Am Montag ist im Café "Jubel und Trubel". Am Mittwoch kauft man auf dem Markt Fische. Aldi und Lidl, die Nachbarn sind, versuchen sich täglich mit besonderen Schnäppchen zu übertrumpfen. Das Leben ist übersichtlich. Warum sollte man sich an Zeiten erinnern, die so unvorstellbar kompliziert waren? Die Antwort geben die Bergener selbst. Jeden Tag wieder beweisen sie, dass auch einfache Menschen ein besonders wertvolles Leben führen. Auch sie verdienen Erinnerung, sollten jemals wieder aus Wiesen Massengräber erwachsen. (Übersetzung ins Deutsche: Ottfried Franke)


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